116. NEWSLETTER - 06.02.2009
Eigentlich war es keine Überraschung mehr … die
Sparvorschläge der Beratungsfirma Rödl & Partner. Ca. 165.000 € mussten für
das bezahlt werden, was Politik und Verwaltung schon lange kannte, jedoch nicht
wahrhaben wollte!
Guten Tag.
Unser Newsletter beschäftigt sich heute im
Wesentlichen mit dem Thema der Haushaltskonsolidierung:
2003: Die Bürgermeisterin läutet die Sturmglocken, ein
7,8 Millionen € großes Haushaltsdefizit droht. Unter der Leitung von Dr. Hack
traf sich wochenlang eine „Steuerungsgruppe“, um Konsolidierungvorschläge
auszuarbeiten und zu diskutieren. Zum Schluss wurde ein Sparpaket in Höhe von
5,4 Millionen € verabschiedet. Die Medien berichteten damals über die „Liste
der Grausamkeiten“. Viele Vorschläge wurden jedoch bis heute nicht umgesetzt,
sind im Sande verlaufen.
2008: Gleich zu Beginn des Jahres läuteten Kämmerin und
Bürgermeisterin erneut die Sturmglocken. Ein strukturelles Haushaltsdefizit in
Höhe von 13,5 Millionen € droht diesmal. Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen in
bisher nicht gekanntem Ausmaß. Nach den aktuellen Prognosen soll es bis 2012
sogar auf 17,1 Millionen ansteigen. Haushaltssicherungskonzept nicht
ausgeschlossen.
Ein Maßnahmenkatalog wird vorgelegt, in dem das
Theater als „außergewöhnliche Investition“ von Streichungen und Kürzungen
ausgenommen wird. Sofern keine einschneidenden Maßnahmen getroffen werden,
droht die Haushaltssicherung. Wohl wissend dieser Tatsachen beschließt die
politische Mehrheit trotzdem am 25.04. den Theaterneubau. Wenige Tage später
erstellt die Verwaltung eine Vorlage, um ein Beraterbüro beauftragen zu können.
Die BfGT haben immer auf die Brisanz des Theaterneubaus
hingewiesen. Beantragt, eine Entscheidung erst in Verbindung mit dem Haushalt
2009 zu treffen. Nein, es musste gebaut werden. Wohl Wissend, wie es um die
städtischen Finanzen bestellt ist, wohl Wissend, welche enormen Belastungen und
Anstrengungen auf die Bürger zukommen werden. Die Gesamtkosten betragen lt.
Hausplan ca. 30 Millionen €. Die Folgekosten sind immer noch nicht abzusehen.
2009: Der Abschlussbericht und Maßnahmenkatalog wird vorgestellt. Neue
Vorschläge von Rödl & Partner gibt es eigentlich nicht. Fast alle Maßnahmen
sind seit 2003 bekannt. 165.000 € Honorar hätten folglich eingespart und zur
Minderung des derzeitigen Defizits verwandt werden können. Auf die Idee,
Steuern zu erhöhen, kam fast jährlich auch Dr. Wigginghaus, der ehemalige
Kämmerer. Er fand dafür jedoch keine politischen Mehrheiten.
Ein Sturm der Entrüstung brach los: in
Sportvereinen, an Stammtischen und wo immer sich die Bürger treffen. In
Leserbriefen machen sie ihrem Unmut Luft.
Auf unserer Sonderseite veröffentlichen wir Bürgermeinungen, Leserbriefe und
Medienberichte, damit Sie sich
umfassend informieren können. Auch das Thema Theaterneubau, das ohne wenn und aber mit der
Haushaltssituation in Verbindung zu bringen ist, haben wir noch einmal
aufgefrischt. Wir wurden als Lügner und Betrüger hingestellt, jetzt kommt die
Wahrheit Schritt für Schritt an den Tag!
Es ist nicht allein die Verwaltung, die diese
Entwicklung zu verantworten hat. Beschlossen wurden die bisherigen Haushalte
von den politischen Mehrheiten im Rat. Die Sprüche von
„Generationengerechtigkeit, der Zukunft für unsere Kinder und Kindeskinder, dem
gesunden haushaltswirtschaftlichen Zustand unserer Stadt“, all das waren
Worthülsen und Schönredereien, um die Bürger immer wieder aufs Neue zu
beruhigen.
70 Stellen sollen in der Verwaltung abgebaut werden.
Überwiegend in den unteren Gehaltsklassen. Hausmeister und Reinigungskräfte.
Warum nicht in den oberen Etagen, wie es von der BfGT bereits im Wahlprogramm 2004 gefordert wurde.
Die Gewerbe- und Grundsteuer soll erhöht werden,
Abwassergebühren werden die monatlichen Nebenkosten in die Höhe treiben.
Elternbeiträge für Kitas steigen, das Parken soll teurer werden und auch für
die Nutzung der Sporthallen soll demnächst gezahlt werden. Diesen Punkten
werden die BfGT nicht zustimmen!
Weltweit wird von Konjunkturprogrammen, von
Entlastungen der Bürger gesprochen. In Gütersloh scheinen die Uhren anders zu
gehen! Steuererhöhungen und zusätzliche Belastungen für die Bürger in diesem
Ausmaß sind in Anbetracht der Finanzkrise kontraproduktiv und stehen im krassen
Gegensatz zu dem Ansinnen, die Problematik in den Griff zu bekommen. Was der
Staat den Bürgern auf der einen Seite geben will (falls wir es denn auch real
bekommen), will die Kommune ihnen auf der anderen Seite wieder aus der Tasche
ziehen.
Der Theaterneubau kann nicht mehr gestoppt werden –
also müssen wir versuchen, das Beste daraus zu machen. Ein entsprechender
Vorschlag dazu wird bereits jetzt angekündigt. Bei den Konsolidierungsmaßnahmen
kann und dürfen sich die BfGT nicht ausklammern und werden sich dafür einsetzen, dass die Lasten so weit wie
möglich gleich verteilt werden und nicht allein von den Bürgern getragen
werden.
Kommunalwahl 2009
Auf der Mitgliederversammlung wurden die Kandidaten
für die 22 Wahlkreise gewählt. Ebenfalls wurde die Reserveliste
wurde aufgestellt. Der Wahl zu einem eigenen Bürgermeisterkandidaten
stellten sich zwei Kandidaten. Werner Kutsch unterlag Nobby Morkes mit 3:29 Stimmen, bei einer
Enthaltung.
Sollten Sie weitere Informationen und Auskünfte
wünschen – kein Problem. Rufen Sie uns an oder senden ein Mail. Ihre Fragen und
Wünsche werden an die zuständigen sachkundigen Bürger der BfGT weitergeleitet und
schnellstmöglich bearbeitet.
In diesem Sinne mit besten Grüßen zum Wochenende
BfGT Newsletter-Redaktion