117. NEWSLETTER - 05.03.2009

 

Die BfGT senden Ihnen den 117. NEWSLETTER. Hinweise, Informationen und Aktuelles aus der Gütersloher Kommunalpolitik.

 

Die (Rede-) Schlachten sind geschlagen. Mit der Kollmeyer-Attacke gegen Maria Unger eröffnete die CDU den Wahlkampf. Hat der Redenschreiber dabei vielleicht in den Spiegel geschaut?

 

Guten Tag.

 

Unser Newsletter beschäftigt sich heute nochmals mit dem Rück-/Ausblick zur Verabschiedung Haushalt und Sparpaket. BfGT und FDP lehnten beides ab.

 

Haushalt 2009

 

Wie ein roter Faden (Motto der BfGT-Haushaltsrede) begleiten uns seit Jahren die Appelle zum Schuldenabbau, zum Sparen, die mahnenden Worte, zukünftige Generationen nicht zu belasten.

 

Ende 1999 waren es ca. 89 Millionen €. Bis Ende 2009 erhöht sich der Schuldenstand voraussichtlich auf ca. 116 Millionen €. Eine Steigerung von fast einem Drittel innerhalb von 10 Jahren. Die Zinsbelastung liegt bei ca. 5,1 Millionen €. Tendenz steigend.

 

Zur Finanzierung des Theaterneubaus wurde der Verkauf von RWE-Aktien mit 85 € angesetzt. Der aktuelle Kurs steht bei ca. 49 €. Eine Finanzierungslücke in Höhe von ca. 2,3 bis 2,8 Millionen € ist absehbar.

 

Jahr für Jahr forderten, beantragten die BfGT den Schuldenabbau. Besonders in den so genannten „fetten Jahren“ 2006 und 2007. In welche Töpfe sind die Einnahmen gewandert?

 

Für den anteilmäßigen Verkauf der Stadtwerke im Jahre 2001 blieben netto (nach Abzug von Steuern) 47,9 Millionen € übrig, der Verkauf von Immobilien usw. usw. Das große Sparpaket 2003/2004. In was ist die Stadt hineingeraten? Der globalen Finanzkrise kann keine Schuld zugewiesen werden. Die Auswirkungen kommen noch. Die lokale Finanzkrise haben wir jedoch schon längst. Weder Verwaltung noch die politischen Mehrheiten wollten es niemals so Recht wahr haben.

 

Obwohl die Verwaltung Anfang 2008 eindringlich auf die finanzielle Problematik aufmerksam machte und ein Haushaltssicherungskonzept nicht ausschließen konnte, brachte die politische Mehrheit den Theaterneubau auf den Weg. Gesamtkosten lt. Hausplan ca. 30 Millionen €. Die Folgekosten liegen bei ca. 5 Millionen € (Stadthalle inbegriffen).

 

Wer hat nun Schuld und wer trägt die Verantwortung?

 

Es ist nicht allein der Theaterneubau, das Lieblingsprojekt der Bürgermeisterin sowie der politischen Mehrheit, der die Stadt in diese Lage gebracht hat. Es ist auch nicht allein die Bürgermeisterin mit ihrer Verwaltung, die diese Entwicklung zu verantworten hat.

 

Beschlossen wurden die bisherigen Haushalte von den politischen Mehrheiten im Rat. CDU und Grüne haben seit 2006 die Mehrheit. Selbst als die Steuereinnahmen Rekordergebnisse in die Haushaltskassen spülten, wurde nicht ausreichend gegengesteuert.

 

Die Sprüche von „Generationengerechtigkeit, der Zukunft für unsere Kinder und Kindeskinder, dem gesunden haushaltswirtschaftlichen Zustand unserer Stadt“, all das waren Worthülsen und Schönredereien, um die Bürger immer wieder aufs Neue zu beruhigen.

 

Vertrauen und Offenheit statt Schönreden, wie es die BfGT in der letzten Haushaltsrede formulierten, hätten vielleicht den Aufschrei der Bürger vermindern, jedoch keinesfalls verhindern können. Verwaltung und Politik sollten bereits schon heute darüber nachdenken, denn aufgrund der aktuellen Entwicklung müssen wir davon ausgehen, dass es in den kommenden Jahren wesentlich schlechter für den städtischen Haushalt aussehen wird und das Sparpaket II bereits vor der Tür steht.

 

Wie ein roter Faden: Höhere Schulden, ein weiteres Mal ein tiefer Griff in die Rücklage. Unsere umfassenden Vorschläge, die zu einem soliden Haushalt beitragen sollten, wurden wieder einmal nicht aufgegriffen. Die BfGT lehnten aus diesen Gründen den Haushalt 2009 ab.

 

Daten, Zahlen, Fakten sowie die Haushaltreden aller Fraktionen sind auf unserer Sonderseite abzurufen.

 

Sparpaket I

 

Wir haben uns sehr deutlich gegen Steuererhöhungen zu diesem Zeitpunkt ausgesprochen und waren uns mit allen Fraktionen einig: Jetzt nicht! Der BfGT-Antrag, Maßnahmen, die erst ab 2010 Haushaltsrelevant werden, nach Vorlage der Prüfungsergebnisse und Konzepte zu beschließen, wurde abgelehnt. Bis zu diesem Zeitpunkt hätten auch die Bürger ausreichend Gelegenheit, ihre Anregungen im Rahmen einer Bürgerbeteiligung einzubringen. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt.

 

Die Chance, konjunkturelle Veränderungen in welche Richtung auch immer, zu berücksichtigen und zeitnah zu reagieren wurde dadurch leider vertan. Die BfGT werden sich jedoch im Rahmen der Haushaltsberatungen 2010 daran orientieren.

 

Auf unserer Sonderseite finden Sie Leserbriefe und Medienberichte aus allen drei Gütersloher Tageszeitungen.

 

Bürgerbeteiligung

 

Der Wahlkampf ist eröffnet. CDU und Grüne bringen zum Thema „Einkaufszentrum“ die Bürgerbeteilung ins Gespräch. Kurz und knapp: Warum wurden dann die BfGT-Anträge „Bürgerentscheid Theaterneubau“ und „Bürgerbeteiligung an den Sparplänen“ abgelehnt?

 

Initiativkreis Pavenstädt

 

Über 150 Pavenstädter Bürger folgten am Dienstagabend erneut der Einladung des Initiativkreises in die Aula der Anne-Frank-Schule, um unter der Leitung von Nobby Morkes ortsteilbezogene Themen zu diskutieren. Seit über einem Jahr wird über die geplante Biosgasanlage am Kompostwerk spekuliert. Werden Schlachtabfälle oder Grünschnitt verwendet, wie groß wird die Anlage werden. Zum zweiten Mal erschien trotz Einladung kein Vertreter der Stadtwerke. Die erneute, kurzfristige, Absage erzeugte ein weiteres Mal den Unmut der Pavenstädter und die Vermutung, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit geplant werden soll. Die Ablehnung gegen eine zusätzliche Belastung des Ortsteil wurde in vielen Wortbeiträgen deutlich spürbar. Die Errichtung einer Biogaslage neben dem Kompostwerk wäre eine weitere „Vergewaltigung der Pavenstädter Frischluftlunge und Grünzonen“. Für die Errichtung einer Biogasanlage muss lt. Stadtverwaltung der Bebauungsplan geändert werden. Sollten die Investoren ihr Vorhaben aufrecht erhalten, muss auch hier der bestehende Bebauungsplan formell, unter Beteiligung der Bürger, geändert werden.

 

Noch deutlicher wurde die Ablehnung bei der Vorstellung eines Krematoriums auf dem Johannisfriedhof. Als kommerzielles Unternehmen gehört ein Krematorium in ein Industriegebiet und „Leichentourismus“ bei bis zu 2000 Verbrennungen pro Jahr ist in Pavenstädt nicht erwünscht“, lautete die fast einhellige Meinung der Anwesenden.

 

Ausblick

 

Im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen haben sich die BfGT gegen Hallenutzungsgebühren für Sportvereine ausgesprochen. Damit der „Sparpaketbeschluss“ auch nach den Kommunalwahlen Gültigkeit hat, sollte der in diesem Jahr auslaufende „Pakt für den Sport“ noch vor den Kommunalwahlen verlängert und durch die Einberufung einer Sondersitzung des Sportausschusses beschlossen werden. Ein entsprechender Antrag ist in Vorbereitung.


In diesem Sinne mit besten Grüßen

 

BfGT Newsletter-Redaktion